18. Juni 2009, 20:44
Viel Freud, viel Leid – so oder so ähnlich kann ich meinen heutigen Tag beschreiben, denn ich vollzog heute den Wechsel zur aktuellsten Ubuntu Distribution auf meinem Netbook.
Was einige vielleicht noch nicht wissen, Jaunty Jackalope gibt es in 3 verschiedenen Editionen. Neben den traditionellen Desktop und Server Editionen gesellte sich in der neuen Version noch eine Variante hinzu, die speziell für Netbooks entwickelt wurde und sich Ubuntu Netbook Remix nennt.
Dieser besitzt eine “optimierte” Oberfläche, die das arbeiten auf den kleinen Netbook Distributionen erleichtern soll. Man gab diese Variante sogar als .img zum Download frei, mitsamt einem Tool, dass das Image bootfähig auf einen USB Stick schreibt. Soviel zur Ausgangslage.
Versuch 1: UNR wird installiert.
Nachdem die Installation als geübter User sehr schnell abgewickelt war, fiel mir bereits am Anmeldebildschirm die erste Ungereimtheit auf – meine Tastatur war, trotz Konfiguration während der Installation – noch auf US Tastatur gestellt. Dies schien aber nur für den Anmeldebildschirm zu gelten, arbeiten konnte ich mit der deutschen Tastatur.
Dies wollte allerdings auch nach Umstellung auf die deutsche Tastatur, entfernen der US Tastatur und mehreren Neustarts noch nicht funktionieren. Im Ubuntuusers.de Forum findet sich zu diesem Bug allerdings bereits eine Lösung.
Der UNR selbst gefiel mir gar nicht. Häufig gab es Darstellungsschwierigkeiten, Compiz war von Haus aus deaktiviert und auch der mögliche Wechsel in den klassischen Modus kommt nur mit Einschränkungen daher.Definitiv positiv allerdings: WLAN, Sound, Card Reader und Webcam des AAO funktionieren auf Anhieb!
Da ich mich mit dem “optimierten” Interface auch nicht wirklich anfreunden konnte, und doch noch eine Handvoll an Bugs feststellen musste, entschloss ich, die normale Jaunty Version zu installieren.
Versuch 2: Die Desktop Edition
Auch hier lief die Installation sehr schnell. Erfreulich war dann, dass ich auch am Anmeldebildschirm schon zu Beginn an meine deutsche Tastatur zur Verfügung hatte. Bezüglich der Hardwareunterstützung kann man selbstverständlich auch hier nicht meckern. Alles funktionierte, oder es schien zumindest so.
Nachdem Pidgin konfiguriert war, und ich die ersten Nachrichten empfang, saß ich beinahe auf dem Boden, denn man konnte der Meinung sein dass die Lautsprecher gleich explodieren. Bei Last knarren diese nämlich, der Bug wurde auch schon gemeldet und es gibt anscheinend bald Abhilfe.
Damit kann ich mich allerdings abfinden. Weiter im Text, stellte ich fest, dass mein Menü keine Icons anzeigt – seltsam.
Nach einigem Suchen fand ich die Option unter System – Einstellungen – Darstellung – Oberfläche. Wie der Haken dort verloren ging, kann ich mir nicht erklären.
Im Anschluss ging es daran, einen externen TFT Monitor an das Netbook anzuschließen. Dieser wurde auch gleich erkannt, lies es mir aber nicht zu eine Auflösung höher als 1024*768 einzustellen. Also musste auch hier manuell Hand angelegt werden, was in Form von Änderungen in der xorg-conf zu einem Teilerfolg führte (häufige Darstellungsfehler, teilweise ein weißer Bildschirm, dafür fast die native Auflösung).
Zu guter letzt stieß ich noch auf Fehler mit Compiz und dem Intel GMA950 Chipsatz. Dafür gibt es allerdings einen Workaround, der Kernel 2.6.28-13-generic installiert und so mehr Performance bringt.
Nach beinahe 6 Stunden hab ich also ein soweit zufriedenstellendes Jaunty. Dass dieses noch gehörig Verbesserungspotential bietet, sollte nun ersichtlich sein. Inwiefern dies noch mit Jaunty passiert, oder erst mit der nächsten Version im Oktober, bleibt aber weiterhin offen.