confic.ker:g im Detail
Als überaus anstrengend lässt sich die letzte Woche beschreiben. Wie im letzten Post notiert, befiel uns der Wurm am Freitag, den 11.09.09. Ob dieses Datum auch das Releasedatum des Wurms war, ist noch unklar. Jedenfalls fing alles damit an, dass an diesem Freitag bereits morgens einige User beklagten, ihre Active-Directory Accounts seien gesperrt, was das Anmelden am PC unmöglich macht. Zuerst dachten wir uns dabei noch nichts.
Später jedoch häuften sich die Meldungen, und nachdem die Netzlast so hoch stieg, dass sogar der Domänencontroller in die Knie gezwungen wurde, bestätigte sich der grausige Verdacht:
Virenbefall.
Nachdem bislang von der g Variante des Confickers noch kaum etwas gehört wurde, setzten wir zuerst bewährte und vorhandene Methoden ein, dem Wurm auf die Schliche zu kommen. Eine große Hilfe hierbei war die hervorragende Informationsseite der Universität Bonn, die auch ein in Python geschriebenes Programm anbietet, dass ein Netzwerk nach befallenen PCs durchsucht. Zur Unterstützung wurden noch andere Tools dieser Art hinzugezogen, unter anderem auch das von BitDefender.
Unsere G-Data Anti-Virenlösung lies ich den Wurmbefall übrigens in keiner Weise anmerken – es wurde auch beim detailliertesten Suchvorgang kein Wurm gemeldet, trotz aktuellster Definitionen. Erschwerend kam hinzu, dass nicht gesagt werden konnte, ob der Wurm von extern oder intern ins Netzwerk kam.
So sahen wir, dass nicht nur ein Haufen der angeschalteten PCs, sondern auch die meisten unserer Server vom Wurm befallen waren. Überraschend war, dass nur 32Bit Maschinen befallen wurden, 64Bit Server blieben verschont. Die eingesetzten Removal Tools suggerierten uns aber den Eindruck, das Problem über das Wochenende in den Griff bekommen zu haben, was am Montag Vormittag widerlegt wurde.
Der Wurm befiel erneut alle Server und PCs. Der neu aufgesetzte WSUS Server aktualisierte die Patches auf den meisten Systemen, doch der Wurm nistete sich auch nach Entfernung erneut auf den gepatchten Systemen ein. Guter Rat war teuer – die aktuellste Version von AntiVir erkannte den Wurm im ersten Durchgang, nach dem Wiederbefall wurde er jedoch nicht mehr erkannt.
Aus Interesse schnappte ich einen befallenen VM-Ware Server, einen befallenen PC und ein mit Linux betriebenes Notebook, um den Wurm ein wenig in einem abgeschotteten Netzwerk zu betrachten.

Hier wurde das Skript der Universität Bonn gestartet. Es wird der Port 445 geprüft, über den der Wurm die Systeme befällt. Über diesen Port beschafft sich Windows außerdem die Informationen zu verfügbaren Windows Updates.
Im folgenden Bild sieht man, wie der Wurm anfängt virtuelle Domains anzulegen. Im Vergleich zu den vorherigen Versionen des Wurms versucht dieser inzwischen eine unzählbare Anzahl an Domänen.

Bislang haben wir den Wurm zwar eindämmen können, komplett los sind wir ihn aber noch nicht geworden. Dies liegt v.a. daran, dass der Wurm sich selber aktualisiert und seine Signatur ständig ändert. Dies macht es den Anti-Virenkits unmöglich, alle Variationen zu finden. Die noch befallenen PCs können innerhalb von Sekunden bereits saubere PCs wieder angreifen, ohne dass auch die aktuellsten Windows-PCs eine Chance hätten, dies zu verhindern.
Soweit zum Confic.ker…

