Archive for Februar 2010

Heute in der FAZ

Google! 2x als Thema, 1x als Indikator und 1x als Messlatte des Horizonts. Nicht, dass man die FAZ jetzt als Werbebroschüre für das Unternehmen hinter der Suchmaschine sieht, denn besonders das Interview zum Thema Google Books mit Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger war sehr gut. Man muss bei allem momentan omnipräsenten FDP-Bashing aber auch anerkennen, dass die gute Frau tatsächlich weiß, was sie tut (was bereits woanders angepriesen wurde). Zwar wird wie bisher beim Streit auf die Urheberrechte verwiesen, Frau L-S agiert jedoch auch verbal sehr sachlich und mit Bedacht auf die Idee, die hinter dem Projekt steckt. Der Satz zum Schluss formuliert prägnant die Problematik um Google, wonach besonders die Aufregung um Google Buzz wieder klar machte, dass der Nutzer nicht weiß was mit seinen von Google gesammelten Informationen passiert.
Gleich unter dem Interview findet sich der nächste Artikel, Streitpunkt hier ist Street View. Abermals wird angemerkt, dass Street View aus datenschutzrechtlichen Gründen unzumutbar sei, leider melden sich im Artikel nur “Internetausdrucker” zu Wort. Genialer Vorschlag: Johannes Singhammer (CSU) rät Kommunen an, Google zur Kasse zu bitten, eine Resonanz dafür erhielte er bereits: “Als Maßstab für die Gebühr schlägt Singhammer die Einwohnerzahl einer Stadt vor. So könne beispielsweise jährlich 1 Euro je Einwohner verlangt werden.” Prima Idee. Das Erinnert mich ein wenig an ein anderes Thema, das hier im Landkreis kürzlich Aufsehen erregte. Firma A kommt auf die Idee, Bürgern kostenlos Tonnen vor die Tür zu stellen, wo diese ihren Papierabfall entsorgen können. Diesen holt Firma A dann regelmäßig, unentgeltlich, direkt vor der Haustüre, ab und entsorgt diesen. Da Papier = Geld ist, passt das der Stadt dann irgendwann gar nicht mehr so, und die Firma wird verklagt, was darauf hinausläuft, dass die Stadt ab sofort den Reibach mit dem Papierabfall macht, natürlich mit weniger Service.
Was ich damit sagen will ist, dass eine von Google zu zahlende Pauschale natürlich gleich wieder einen Haufen an Trittbrettfahrern hervorzaubern dürfte, die den großen Gewinn riechen. Wichtiger wäre es eher, dass Google Leute schriftlich darauf hinweist, was mit den Bildern passiert und wie man dagegen vorgehen kann, so dass dies auch die Internetausdrucker verstehen.
Der dritte Artikel, in dem Google eine Rolle spielt, handelt eigentlich von kino.to. Frei von überzogenen Verlustzahlen der Content-Industrie wird hier einfach nur darauf hingewiesen, dass die Google Suche nach “kino.to legal” 492.000 Ergebnisse liefert – im Vergleich zu den 30,6 Millionen Treffern, wenn man das “legal” weglässt. Wieso man hier Suchmaschinentreffer als Indikator nimmt, bleibt mir rätselhaft.
Der letzte Artikel enthält Google dann nur noch in der Überschrift – Helmut Schmidt und Fritz Stern, kürzlich zu Gast bei Beckmann, blicken demnach weiter als Google Earth (!).
Man kann ja, besonders im Bezug zu den ersten beiden Artikeln, Google sehen wie man möchte (wer sich gern mit Trollen ärgert kann diese Ansichten übrigens gerne im Heise Forum publizieren) – trotz Urheberrechtsbruch, Datenkrake, Größenwahn – wohl niemand mag behaupten, seine Informationen irgendwo sicherer zu hinterlegen als bei Google. Transparenz hin oder her.

Eigentlich ein Unding..

..dass OpenBox in Verbindung mit Compositing trotz hervorragendem funktionierenden fglrx Treiber immernoch so instabil läuft.

ARTE als Totem Plugin

Hier eine schöne Anleitung, wie man Arte Sendungen per Plugin in Totem abspielen kann. Da arte einer der wenigen verbleibenden Sender ist, die tatsächlich noch hochwertiges Fernsehen produzieren, lohnt sich ein Blick auf jeden Fall. Codecs sollten jedoch installiert sein, sonst läuft das nicht.

Wo ist mein Gnome Panel?

Bisher dachte ich immer, der verkorkste Gnome Desktop deinstalliert das Panel automatisch mit, wenn man Tomboy oder Evolution entfernt. Dies trifft jedoch nur auf das evolution-data-server-common Paket zu. Umso entsetzter war ich, als ich einen PC hier kürzlich mit Ubuntu Karmic bestückte, und das Panel nach dem zweiten Bootvorgang nicht mehr starten wollte. Da ich eine manuelle Eintragung in den Autostart für unschön halte, ging ich dem Problem etwas auf den Grund.
Die Wurzel des Problems fand sich in .local/share/applications – da sind, man glaubt es kaum, die geänderten und manuellen Menüeinträge abgelegt. Nach umbenennen bzw. löschen des Ordners startete mein Panel wieder, jedoch weiß ich noch nicht welcher Eintrag denn das Panel über den Jordan schickte.

sidux tempo machen

Besonders sidux lässt sich, was die Bootzeit betrifft, noch gut beschleunigen. So waren es auf meinem Samsung SA21 zum Schluss kurze 28 Sekunden vom Anschalten bis zum KDM Bildschirm.
So sollte man in der /etc/default/!rcS bzw. /etc/init.d/rc den Wert CONCURRENCY auf startpar ändern. Auch die Installation von readahead brachte einen geringen Geschwindigkeitszuwachs. Zudem kann man der Kernelzeile in GRUB den Parameter profile anhängen, welches GRUB dazu veranlasst die Bootdateien beim nächsten Start zu sortieren, was sich in den darauffolgenden Bootvorgängen auszahlt.
Zum allgemeinen Beschleunigen des Desktops half mir vor allem der Verzicht auf KDE. So installierte ich FVWM-Crystal als Window Manager, was ressourcenschonender ist als KDE und / oder GNOME (welches übrigens relativ problemlos lief). Auch der Verzicht auf die extra ttys, welche in der /etc/inittab auskommentiert werden können sicherte das ein oder andere MegaByte RAM.

Ergänzung: Die geringfügige Anpassung des Kernels und das blacklisten unbenötigter Module (Infrarot, Bluetooth..) fand natürlich bereits vor dem oben gezeigten Feintuning statt.